Es gibt zwei Wege, ein Skript vor ein Objektiv zu bringen. Der günstige: ein Tablet oder Handy mit einer Teleprompter-App oder Webseite, nahe der Kamera montiert. Der professionelle: ein Beam-Splitter-Rig — eine Spezialglasscheibe im 45°-Winkel über dem Objektiv, auf der der Text von unten reflektiert wird.
Beide zeigen scrollenden Text. Der Unterschied liegt im Detail: wohin deine Augen zeigen, wie das Setup reist, was es kostet und wie „professionell“ das Ergebnis wirken muss. Dieser Guide vergleicht Punkt für Punkt und endet mit einer einfachen Entscheidungsregel.
Was jede Option wirklich ist
Tablet- oder Handy-Teleprompter. Dein Gerät läuft mit einer Teleprompter-App oder einem Web-Teleprompter wie NanoPrompter. Der Bildschirm zeigt das Skript; du montierst das Gerät mit einer billigen Halterung unter oder neben das Objektiv. Gesamtkosten, wenn du das Gerät besitzt: null bis eine Halterung.
Physischer (Beam-Splitter-)Teleprompter. Eine Haube mit Strahlteiler-Glas sitzt über dem Kameraobjektiv. Ein Handy oder Tablet in der Haube zeigt das Skript gespiegelt; das Glas reflektiert es vor das Objektiv. Deine Augen blicken durch das Glas direkt ins Objektiv, während du einen Text liest, der darüber zu schweben scheint. Kosten: von rund 60 € für einfache Hauben bis zu mehreren Hundert für Pro-Rigs mit Fernbedienungen.
Es gibt einen dritten Weg — Text mit einer Spiegel-App und normalem Glas neben das Objektiv projizieren —, aber die Ergebnisse sind uneinheitlich, und wir tun nicht so, als wäre das anders.
Punkt für Punkt
| Kriterium | Tablet / Handy | Physisches Rig |
|---|---|---|
| Kosten | Gratis (vorhandenes Gerät) + optionale Halterung | 60–600 € je nach Ausführung |
| Blicklinie | Leicht am Objektiv vorbei; in Nahaufnahmen sichtbar | Text über dem Objektiv; Versatz unsichtbar |
| Aufbauzeit | 2 Minuten | 5–15 Minuten, mehr Teile |
| Portabilität | Hervorragend | Sperrig; Haube und Glas brauchen Pflege |
| Außeneinsatz | Bildschirmreflexe können stören | Haube schirmt das Glas ab; besser |
| Fernbedienung | Tastatur oder Controller mit NanoPrompter | Oft beiliegend; unterschiedlich |
| Mit deiner Kamera | Ja, jede Kamera in der Nähe | Braucht Halterung oder Stativplatte |
| Versagensarten | Leerer Akku, Mitteilungen | Reflexe, Spiegelungen, Ausrichtung |
Die Zeile zur Blicklinie verdient Ehrlichkeit: Mit einem Tablet unterm Objektiv sehen Zuschauer einer Nahaufnahme deine Augen einem Text leicht unterhalb der Kamera folgen. In normaler Einstellung (ab der Taille) merkt es fast niemand. Das Beam-Splitter-Rig gewinnt diesen Punkt absolut — die Frage ist, ob deine Videos diese Marge brauchen.
Wann das Tablet oder Handy gewinnt
- Du fängst an. Null Kosten heißen null Risiko. Deine ersten zehn Videos lehren dich mehr als jedes Rig.
- Du nimmst am Schreibtisch auf. Laptop oder Tablet unterm Monitor, Kamera darauf. Die Blicklinie ist kurz und der Aufbau dauert zwei Minuten. Jeder Bildschirm wird mit dem Vollbildmodus zum sauberen Leseschirm.
- Du reist oder drehst an verschiedenen Orten. Handy und kleines Stativ passen in jede Tasche. Hauben und Glas überleben achtlose Rucksäcke nicht.
- Deine Einstellung ist ab der Taille oder weiter. Das Lesen am Objektiv vorbei ist auf diese Distanzen fast unsichtbar.
- Du wechselst den Ort mitten im Dreh. Ein Tablet zu versetzen ist nichts; ein Rig vor Ort neu auszurichten ist lästig.
Ein praktischer Tipp: Aktiviere den Nicht-stören-Modus vor der Aufnahme. Eine Mitteilung über deinem Skript in Minute vier ist ein Klassiker.
Wann der physische Teleprompter gewinnt
- Nahaufnahmen sind dein Stil. Beauty, Produkt oder direkte Ansprache, wo die Augen die Einstellung sind. Hier zahlt sich der schwebende Text des Rigs — und der Spiegelmodus von NanoPrompter — aus.
- Du präsentierst vor Publikum oder auf der Bühne. Ein Rig auf einem Ständer lässt dich dem Publikum zugewandt lesen.
- Du drehst draußen. Die Haube blockt die Reflexe, die einen nackten Bildschirm auswaschen.
- Du nimmst lange Formate auf. Podcasts, Kurse, Keynotes — der Komfort eines über dem Objektiv schwebenden Textes zahlt sich über eine Stunde aus.
- Kunden sehen das Set. Fair oder nicht: Ein Rig liest sich als „Produktion“ im Call oder am Set.
Was mehr zählt als die Hardware
Wohin du auch neigst, dies macht einen größeren Unterschied als das Glas:
- Ein Skript, geschrieben zum Sprechen. Siehe den Vorlagen-Guide — ein guter Text überlebt jede Hardware.
- Übung im Kameralesen. Unser Erstnutzer-Guide deckt Tempo, Pausen und Blicklinie ab.
- Fernbedienung. Geschwindigkeit oder Schrift ohne Gang zum Gerät zu ändern, hält Takes am Leben. Mit NanoPrompter per Tastatur oder Controller; viele physische Rigs liefern eine Fernbedienung mit.
Eine einfache Entscheidungsregel
Wenn deine Videos Talking-Heads auf Schreibtischdistanz sind und du ein Publikum aufbaust: starte mit dem Tablet, gib nichts aus und kauf das Rig an dem Tag, an dem ein Kunde oder ein Nahaufnahme-Format es verlangt. Wenn du bereits auf der Bühne stehst, täglich Nahaufnahmen drehst oder einstündige Formate aufnimmst: der Beam-Splitter zahlt sich in Komfort und Blicklinie zurück.
Falls du zur Hardware tendierst: Hier unten sind die Teleprompter und Halterungen, die wir empfehlen — und was auch immer du wählst, der Web-Teleprompter, der auf dem Tablet oder im Rig laufen würde, ist hier gratis zu öffnen.

